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Internationale Solidarität
Acari-Favela, Brasilien: Start der Kampagne gegen Apartheidmauer und israelische Besatzung
Internationale Solidarität, The Grassroots Palestinian Anti-Apartheid Wall Campaign, Mar 1, 2005

Der Besuch eines Delegierten der palästinensischen Kampagne gegen die Apartheidmauer im letzten Jahr und das Zusammentreffen mit Vertretern der palästinensischen Gemeinden beim letzten World Social Forum (WSF) in Porto Alegre hat es ermöglicht, neue Bande der Solidarität zwischen den Menschen der Acari-Favela in Rio de Janeiro und Palästinensern unter israelischer Besatzung zu knüpfen.
In Acari wurde schon kurz nach dem World Social Forum ein Komitee zur Unterstützung der palästinensischen Kampagne gegen die Apartheidmauer und gegen die Besatzung gegründet. Es besteht aus brasilianischen Aktivisten und Aktivistinnen, die unter den 34000 Einwohnern Acaris Unterstützung für den palästinensischen Widerstand organisieren.

Ein Aktivist aus Acari sagte dazu:
“Wir hatten die Möglichkeit, die harte Realität, die das palästinensische Volk unter israelischer Besatzung in seiner eigenen Heimat erleidet, kennen zu lernen. Wir haben erkannt, dass die Menschen in Acari etwas mit den Menschen in Palästina gemeinsam haben.(…)Wir kennen den palästinensischen Widerstand nur von Bildern und aus Filmen, aber wir sind davon überzeugt, dass der Widerstand des palästinensischen Volkes eins ist mit dem Widerstand der Menschen in den Favelas von Rio de Janeiro. Wir wissen sehr genau, was es heißt, Rassismus zu erleiden, unsere Jugend ermordet oder kriminalisiert und wie Verbrecher eingesperrt zu sehen. (…) Trotz der geographischen Entfernung und der kulturellen Unterschiede sind wir überzeugt, dass unsere Träume von Freiheit und Glück uns als Brüder und Schwestern nahe bringen. Wir müssen unsere Kräfte einen, uns gegenseitig Solidarität und Mut schenken und unsere menschliche Würde verteidigen.“

Die Favela Acari ist einer der Slums mit den schlimmsten Lebensbedienungen in ganz Rio de Janeiro. Nahezu 45% der Menschen sind arbeitslos, mindestens 10% der männlichen Bevölkerung lebt in unmenschlichen Gefängnisse (viele ohne jemals verurteilt worden zu sein) und Dutzende Jugendliche wurden von Todesschwadronen ermordet. Die Favela ist von sichtbaren und unsichtbaren Mauern umzingelt, welche die Bewegungsfreiheit der Bewohner einschränken. Mehr als 90% der Bewohner wurden Opfer des Landraubes durch mächtige Großgrundbesitzer, der zur Vertreibung von Hunderttausenden führte. Viele von ihnen leben jetzt als Flüchtlinge in den Favelas, ihrer Würde und kulturellen Identität beraubt.

Am 1. März werden die Aktivitäten des Acari-Solidaritätskomitees mit der palästinensischen Kampagne gegen die Apartheidmauer und gegen die Besatzung offiziell gestartet. Palästinensische und brasilianische Foto- und Cartoonausstellungen, Filmvorführungen, palästinensische und brasilianische Poesie- und Musikdarbietungen, Konferenzen und Diskussionen werden in diesem Rahmen stattfinden.

Der 8. März wird den palästinensischen und brasilianischen Frauen gewidmet sein, die oft den grausamsten Seiten von Ausbeutung und Unterdrückung ausgesetzt sind. Am 21. März (Internationaler Aktionstag gegen Rassismus) werden Proteste den rassistischen Charakter der israelischen Besatzung und Apartheid hervorheben.

Am 30. März hat das Acari-Komitee einen Abend mit Musik, Tanz, Theater, Filmen und anderen künstlerischen Darbietungen organisiert. Am selben Tag werden 112 Olivenbäume gepflanzt. Sie sind Symbol für die über 112000 Olivenbäume, die in Palästina für den Bau der Apartheidmauer abgeholzt wurden.

Das Acari-Komitee zur Unterstützung der palästinensischen Kampagne gegen die Apartheidmauer und gegen die Besatzung wird ein Zelt mit einer Wanderausstellung ausstatten, das in 25 Schulen und Favelagemeinden im Teilstaat Rio Station machen wird. Die Aktivisten und Aktivistinnen des Komitees werden so zu etwa 60000 Jugendlichen, Lehrern und Bewohnern sprechen können. Nachrichten, Briefe, Gedichte und andere Beiträge der Schulen und Favelagemeinden zur Unterstützung der Kampagne gegen die Apartheidmauer und des palästinensischen Widerstandes werden gesammelt und nach Palästina geschickt werden.

Die Gründung des Solidaritätskomitees in der Favela Acari ist ein wichtiger Schritt in der immer engeren Vernetzung und Solidarität der Menschen des Südens untereinander, die täglich Unterdrückung im Kolonialstil, Landraub und Vertreibung erleiden müssen. Das Komitee wuchs aus dem Bewusstseins in den sozialen Bewegungen Lateinamerikas, dass der Erfolg ihrer täglichen Kämpfe eng mit dem Widerstand des palästinensischen Volkes verknüpft ist und dass Palästina frei sein wird, wenn die unterdrückten Menschen in der Welt ihre Kräfte einen.



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