StopTheWall.org

Internationale Solidarität
GEWERKSCHAFT - Hafenarbeiter Liverpools rufen zum Boykott des Apartheidregimes Israel auf!
Internationale Solidarität, Palestinian Grassroots Anti-Apartheid Wall Campaign, Aug 2, 2006

Liverpools entlassene Hafenarbeiter haben sich organisiert und rufen zur internationalen Isolierung des Apartheidstaates Israel durch die britischen Gewerkschaften und deren internationalen Schwesterorganisationen auf. Diese Initiative wird von Gewerkschaftsmitgliedern und Kollegen aktiv mitgetragen und unterstützt.

Die Bewegung der Hafenarbeiter hat eine lange Geschichte der aktiven Unterstützung antikolonialer, antifaschistischer und antirassistischer Kämpfe weltweit. „Wenn wir noch auf den Docks arbeiten würden, hätten wir uns geweigert, ein Schiff mit Zielhafen Haifa auch nur anzurühren, solange Israel unschuldige Zivilisten bombardiert“, so Terry Teague, einer der ehemaligen Liverpooler Hafenarbeiter, der wegen seiner Weigerung, einen Streik zu brechen, entlassen wurde. Er erinnert sich: „Früher boykottierten wir Ladungen, die für das Apartheidregime in Südafrika oder Pinochets Chile bestimmt waren. Wir mussten dafür Lohneinbußen hinnehmen, aber wir haben unseren Teil zur Sache und zur Beendigung der Ungerechtigkeit beigetragen.“

Obwohl die Politik des zionistischen Regimes die Mehrheit der Gewerkschaftsmitglieder empört, ist es meist die Führungsebene, die nur wenig Bereitschaft zeigt, die Macht der ArbeiterInnen zu nutzen, um auf der wirtschaftlichen Ebene Druck auf Israel auszuüben. Mutige Ausnahmen sind die südafrikanische Gewerkschaft COSATU und die Sektion Ontario der CUPE. Auch die brasilianische Gewerkschaft CUT hat unlängst ihr politisches Gewicht in der Kampagne gegen ein Freihandelsabkommen mit Israel spürbar werden lassen. Dennoch kommen aus den Gewerkschaften nach wie vor relativ wenige kritische Beschlüsse und es fehlt an deren konsequenter Umsetzung.

Die arbeitslosen Hafenarbeiter Liverpools wissen aus eigener Erfahrung, dass konkrete Aktionen am Arbeitsplatz, wie etwa die Weigerung, jene Schiffe zu beladen, die für Militärdiktaturen und Apartheidregimes bestimmt sind, enorme und sofortige Wirkung hat. Umso überzeugter rufen sie heute ArbeiterInnen dazu auf, klare Schritte gegen die Besatzung Palästinas zu setzen:

Auf Anfrage der Merseyside-Gewerkschafter wurden wir, die organisierten entlassenen Hafenarbeiter Liverpools, damit beauftragt, folgenden Aufruf zu verbreiten und alle Reaktionen zu koordinieren und miteinander zu vernetzen.

Wir sind Gewerkschafter mit einer langen Geschichte des Kampfes gegen Rassismus und Krieg. Schockiert und entrüstet mussten wir seit dem 12. Juli die wahllose Bombardierung des Libanon durch Israel miterleben, die schon hunderte zivile Opfer gefordert hat. Nun beginnt die israelische Armee die Invasion mit Bodentruppen. Auch gegen die PalästinenserInnen in Gaza verüben die israelischen Streitkräfte ebenso schwerwiegende Verbrechen.

Wir wissen, dass die Regierung Blair, und sogar der von der T&G unterstützte Außenminister, Israel grünes Licht für diesen Krieg gegeben hat, obwohl der UN-Generalsekretär zu einem sofortigen Waffenstillstand aufrief und obwohl israelische Bomben auch UN-Beobachter in ihren Positionen im Libanon getötet hatten.

Wir wissen, dass unsere eigenen Gewerkschaften nur sehr langsam reagieren. Es ist nun schon zwei Jahre her, dass der Internationale Gerichtshof die Apartheidmauer, welche die Westbank zerstört, die israelischen Siedlungen und die Besetzung an sich nach der 4. Genfer Konvention für illegal befunden hat.

Wie lange wollen wir den Libanon und Palästina noch brennen sehen, bevor wir uns endlich entschließen, zu handeln?

In den 1930ern kämpften die Gewerkschafter der Merseyside gegen den Faschismus in Spanien. 1973 weigerten sich Arbeiter von Rolls-Royce in Glasgow, RB-111 Düsentriebwerke an die Chilenische Junta zu verschiffen, nachdem Pinochet die demokratisch gewählte Regierung um Salvador Allende gestürzt hatte. Merseyside-Gewerkschafter und unsere Bewegung haben damals die chilenischen Flüchtlinge fest in unser Herz geschlossen.

In den 1980ern haben die Hafenarbeiter von Liverpool gemeinsam mit Arbeitern in der ganzen Welt beschlossen, ihre eigenen Sanktionen gegen das Apartheidregime Südafrikas zu verhängen, während die britische Regierung unter Margret Thatcher das Regime vorbehaltlos unterstützte. Heute stimmen wir mit Willie Madisha, dem Präsident des Kongresses der Gewerkschaften Südafrikas (COSATU) überein, der am 6. Juni schrieb:

„Boykott, Investitionsstopp und Sanktionen gegen das Apartheidregime in Südafrika haben unsere Schritte in Richtung Demokratie beschleunigt. Warum sollte es für die PalästinenserInnen anders sein? Im Angesicht eines unversöhnlichen, arroganten, rassistischen und brutalen israelischen Staates sollte die Strategie der internationalen Isolierung eines Regimes auch auf Israel angewandt werden und insbesondere, weil diese Maßnahme von der großen Mehrheit der PalästinenserInnen selbst gefordert wird. Sie ist eine friedliche Option.“

Wann, wenn nicht jetzt?
Wir rufen unsere Brüder und Schwestern in der ganzen Bewegung auf:
1) Boykottiert israelische Konsumgüter!
2) Untersucht, inwieweit euer Arbeitgeber Handelsbeziehungen mit Israel hat, bzw. dort investiert, und macht auf ihre Bedeutung aufmerksam!
3) Werdet innerhalb eurer Gewerkschaft aktiv und verlangt von euren gewählten VertreterInnen, die Massaker im Libanon und in Gaza als ein Thema anzuerkennen, dass auch die Gewerkschaften direkt betrifft. Fordert sie auf, entsprechend zu handeln!
4) Beteiligt euch an Demonstrationen und spendet für die palästinensischen und libanesischen Opfer der israelischen Militäraggression!
5) Wenn ihr die Gelegenheit dazu habt, interveniert persönlich, um den Handel mit Israel zu stoppen, solange das Gemetzel im Libanon und in Gaza weitergeht.

Kontaktiert dockers@gn.apc.org um diesen Aufruf zu unterzeichnen.






This page originated from /german/cgi-bin/german/wwa/printer_160.shtml on the Stop The Wall website at StopTheWall.org. Please feel free to print and disseminate this page widely.