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Die Ghettoisierung Jerusalems und der Altstadt und das Projekt zur Schaffung einer rein jüdischen Bevölkerung in Jerusalem schreitet mit großen Schritten voran:
Credit: The Grassroots Palestinian Anti-Apartheid Wall Campaign.       Date: Jan 30, 2006.

Silwan und die geplante Vernichtung Al-Bustans

Ständigen Angriffen und Hausbesetzungen durch Siedler ausgesetzt, ist Silwan einer der am meisten von der vollständigen Vertreibung sämtlicher Palästinenser bedrohten Teile Jerusalems. Im März 2004 besetzten Siedler zusätzlich zu den Häusern und Grundstücken, die sie sich in den davor liegenden Jahren genommen hatten, zwei Gebäude mit 12 Wohnungen. Der Großteil des bereits geraubten Landes liegt im Wadi Hilwa, einem an die Altstadt Jerusalems grenzenden Ortsteil mit Blick auf Bustan. Die Lage der aus Wohnwagen und besetzten Häusern bestehenden Siedlungen in Silwan - sie liegen in kurzem Abstand zueinander inmitten der palästinensischen Häuser - verdeutlicht die Absicht, den gesamten Ortsteil in eine jüdische Siedlung umzuwandeln.
Im April 2005 verkündeten die Besatzungsmacht und ihre Gemeindeverwaltung in Jerusalem ihren Plan, 122 Häuser in Silwan und Wadi Hilwa zu zerstören. Die Zerstörung dieser Häuser ist Teil des Planes, das gesamte Gebiet der Altstadt Jerusalems und des sie umgebenden Bereiches einschließlich Turs, Silwans und Abu Turs zu „evakuieren“ und die Besitzer zu enteignen. Die dort geplanten Siedlungen sollen auch Parkplätze, Freizeitanlagen und Geschäftsviertel umfassen.

Oben: Al Bustan, Silwan, Jerusalem. In diesem Gebiet sind 88 solche Häuser akut bedroht, zerstört zu werden. Vier Häuser wurden bereits zerstört. Die fortgesetzte Praxis der Besatzer, die Einwohner Jerusalems zu traktieren, indem man ihnen Baugenehmigungen verweigert und es ihnen unmöglich macht, ein Haus zu finden, soll die Palästinenser mit Gewalt in Ghettos zwingen. Die Besatzungsmacht versucht gezielt, die arabischen Bewohner Jerusalems in die Armut zu treiben, auszubeuten und zu vertreiben. Nahezu 1000 Menschen werden systematisch aus ihren Häusern vertrieben mit dem Ziel, jegliche Präsenz der Palästinenser in diesem Gebiet auszulöschen und den Weg für die Ausdehnung der Siedlungen frei zu machen.



Oben: Hier am westlichen Rande Silwans, in unmittelbarer Nachbarschaft zur Altstadt Jerusalems haben Siedler zahlreiche Häuser und auch Grundbesitz im Eigentum von Palästinensern besetzt. Auf diesem Bild ist eine unmittelbar hinter dem Eingang Silwans von der Besatzungsmacht errichtete Siedlung zu sehen, übersät mit zionistischen Slogans wie "Touristen-Zentrum für Besucher der Stadt Davids". Die Besatzungsmacht ist dabei, dieses Gebiet in eine Art Siedler-Tourismuszentrum zu verwandeln, von dem aus man das Viertel Bustan überblicken kann und das schließlich mit dieser und mit dem neuen Fußgängertunnel direkt über Al Bustan verbunden werden soll. Direkt hinter der Siedlung arbeitet der riesige Baukran ohne Unterlass
Oben: Siedlungen – d.h. durch Siedler besetzte palästinensische Häuser und Grundstütcke – gibt es vom Westeingang nach Silwans – Wadi Halue – bis ins Tal Al Bustan und noch weiter. Diese Siedlungs-Wohnwagen, genauso wie auch das besetzte Haus, stehen bis hinunter ins Tal an der Hauptstraße ins Stadtzentrum.



Oben: Eine weitere Siedlung in Silwan. Nur wenige Meter entfernt wurden noch mehr palästinensische Häuser und Grundstücke besetzt.



Oben: Die israelische Okkupation ist gerade dabei, einen Tunnel unter dem Gebiet von Silwan zu bauen, auch der Bau einer neuen Siedlung wie sie im Hintergrund des Bildes zu sehen ist, ist bereits in Angriff genommen worden. Die Fußgängerunterführung soll die Ausdehnung des Siedlungsbaus absichern und gleichzeitig die Tourismus-Industrie der Besatzer unterstützen, indem sie diese Gegend mit der Altstadt [Jerusalems] verbindet. Insbesondere in und um die Altstadt Jerusalems werden immer wieder Tunnelbauten zur Kontrolle und Beschlagnahme des Landes eingesetzt. Trotz massiven Drucks durch Siedler und die israelischen Behörden auf den Besitzer dieses Landes und seine Familie, ließ dieser sich nicht beirren und gab die Besitzrechte an seinem Grund und Boden nicht auf.



Oben: Diese Umgehungsstraße in Silwan wird gerade fertiggestellt und wird zur Straße nach Wadi Halue führen. Gemeinsam mit anderen Umgehungsstraßen wird sie die Kontrolle der Okkupation verstärken, wenn nicht gar den gesamten Westen Silwans vom restlichen Gemeindegebiet abschneiden.
Oben: Archäologische Grabungen werden für zionistische Propaganda verwendet. Hier werden sie Touristen vorgeführt, die eine Siedlung besuchen. Einer der Bewohner Silwans erklärt: Die Archäologie wird benutzt, um das koloniale Projekt zu legitimieren. Hier gibt es viele historische Stätten, die für Archäologie zuständigen Behörden suchen sich jedoch jene Gebiete für Grabungen aus, die sie beschlagnahmen wollen. Die verschiedensten Behörden der Okkupation arbeiten auf ein gemeinsames Ziel hin. Hier sollen Siedlungen entstehen und dafür muss viel zerstört und gebaut werden. Promenaden und Tunnel sollen die zionistische Tourismusindustrie stärken. Touristenbusse sind bereits regelmäßig hier in der Gegend unterwegs.



Oben: Dieser Teil von Silwan wurde mit Schildern übersät, die Kontrolle der Besatzer über das Gebiet unterstreichen sollen und Gebietsansprüche deutlich machen. Allein schon an diesem Schilderwald lässt sich das Ausmaß der Projekte ablesen.
Oben: Der Blick auf die Altstadt Jerusalems und die Al-Aqsa Moschee von Silwan aus. Der westliche Eingang zu Silwan liegt nahe der Moschee und wird schon größtenteils von Siedlern und ihrer Siedlung „Stadt Davids“ kontrolliert. Ein Parkplatz, der Teil der Siedlung ist, soll die Mobilität der Siedler gewährleisten. Die Siedlung wird rasch ausgebaut und soll als Tor zu allen Siedlungen in Silwan dienen.



Oben: Besatzungsstreitkräfte in einer der strategisch auf den Hügeln angelegten Siedlungen, die Silwan und Bustan überblicken. Der Kran im Hintergrund gehört zu einer der „Stadt Davids“ - Siedlungen, die eine Verbindung zwischen den Jerusalemer Siedlungen und jenen im Tal von Silwan – Al Bustan schaffen sollen.
Oben: 88 Häuser Al Bustans sind von Zerstörung bedroht. Seit der Okkupation von 1967 gab es kein so massives Zerstörungsprojekt. Ganz Silwan bleibt von kolonialer Expansion und Siedlungsbau bedroht.



Oben: Die Karte zeigt das Areal um Silwan, das zunehmend durch die Siedlungen eingekreist wird.






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