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Zwei Jahre in Jayyous
Credit: The Grassroots Palestinian Anti-Apartheid Wall Campaign.       Date: Dec 15, 2004.

Der Bau der Apartheidmauer durch die Besatzungsmacht im Dorf Jayyous im Bezirk Qalqiliya begann im Oktober 2002. Wنhrend der ersten Phase des Mauerbaus wurden 72% des Landes von Jayyous, ca. 8.600 dunum [860 ha], konfisziert und liegen jetzt hinter die Mauer. Die Mauer trennt die Leute des Dorfes nun vollkommen von ihrer Lebensgrundlage ab (70% der 3.000 Einwohner von Jayyous sind vollkommen von der Landwirtschaft abhنngig). Zehntausende von Bنumen wurden ausgerissen, wertvolle Wasserressourcen, Oliven- und Zitronenhaine und Gewنchshنuser sind durch die Mauer vom Dorf abgeschnitten worden. Seit Oktober 2003 hat die Besatzungsmacht angeordnet, dass es den Einwohner von Jayyous verboten ist, die abgetrennten Gebiete zu betreten, solange sie keinen „Passierschein“ der „Zivilverwaltung“ der Besatzung haben. Diese wird nur Landbesitzern, die „beweisen“, dass sie Land hinter der Mauer haben, oder „offiziell registrierten“ Arbeitern ausgestellt. Jetzt, im Dezember 2004, begann die Besatzungsmacht, eine neue Siedlung auf den abgetrennten Landstrichen zu bauen, „Nofei Zufim“. Sie vergrِكert die schon existierende Siedlung Zufin, welche 1993 auf von Jayyous konfisziertem Land gegründet wurde. Mit dem Bau dieser neuen Siedlung werden die Einwohner von Jayyous in ein Ghetto gezielter Verarmung eingeschlossen. (Siehe die Karte) Wنhrend dieser zweijنhrigen Periode, haben die Menschen von Jayyous dem Prozess der Zerstِrung und Beschlagnahmung ihres Landes, der auf ihren vollkommenen Niedergang abzielt, ununterbrochen Widerstand geleistet. Die Fotos dokumentieren den Kampf gegen die Apartheidmauer in Jayyous wنhrend der letzten zwei Jahre. Poster/Karte der Kampagne gegen die Apartheidmauer

Oben: Ansicht von Jayyous: Dieses im Juli 2003 aufgenommene Foto zeigt, wie durch den Zick-Zack-Weg der Apartheidmauer die Menschen von Jayyous von ihrem Land getrennt wurden und ein Maximum an Land beschlagnahmt worden ist. Nach der Einverleibung dieser Landstriche wurde mit dem Bau einer weiteren Kolonialsiedlung, „Nofei Zufim“ (oder Nord Zufin), begonnen; Die Besatzungsbulldozer arbeiten bereits am Bau. Aufgrund ihrer Lage wird diese Siedlung den Plan, die Menschen von Jayyous vollkommen von ihrem Land abzuschneiden, vervollkommnen. Hinter den einzelnen Phasen der Verwandlung von Jayyous in ein hermetisch abgeschlossenes Bantustan zeichnet sich eine klare Strategie ab: Das Leben der Menschen im Dorf soll unlebbar und unertrنglich gemacht werden.




Oben: Die Bنume vor der Entwurzelung retten: Ein kleiner Junge steht vor einem Bulldozer der Besatzungsmacht, wنhrend das gesamte Gebiet für den Bau der Apartheidmauer dem Erdboden gleichgemacht wird. Die Menschen von Jayyous haben ihr Land ununterbrochen verteidigt und der Besatzungsmacht Widerstand geleistet, seit diese mit der Landbeschlagnahme und den Zerstِrungen für den Apartheidmauerbau im Oktober 2002 begonnen hat.
Oben: Oktober 2002: Die Besatzungsmacht benutzt riesige Planierraupen, um im Dorf Jayyous Olivenbنume auszureiكen und den Bau der Apartheidmauer vorzubereiten. Die Bنume wurden mitten in der Olivenerntesaison ausgerissen Die Besatzung zerstِrt damit nicht nur Land und Lebensgrundlage der Menschen, sondern stellt auch noch sicher, dass die Früchte der Ernte nicht ein letztes mal gesammelt und verwendet werden kِnnen. Die Besatzungsmacht hat in نhnlicher Weise auch andere Dِrfer entlang der Mauerroute gerade wنhrend der Erntesaison angegriffen, um sicher zu stellen, dass die Ernte und damit auch ihr Absatzmarkt vollkommen zerstِrt wurden.




Oben: Zerstِrung von Bنumen und Landbeschlagnahme in Jayyous: Die Bautrupps der Besatzungsmacht beim Entwurzeln und Zerstِren von Zitronenbنumen des Dorfes Jayyous. Im Hintergrund sind Gewنchshنuser des Dorfes sichtbar, die durch die Apartheidmauer für die Bevِlkerung von Jayyous unerreichbar wurden. Der Zustand dieser Gewنchshنuser hat sich, seit sie durch die Mauer isoliert wurden, furchtbar verschlechtert, da ihre EigentümerInnen nicht die notwendigen Instandhaltungsarbeiten erledigen konnten. Wنhrend der ersten Etappe der Zerstِrung durch die Mauer, wurden diese Gebiete von den Besatzungsmacht zu „militنrischen Sperrgebieten“ erklنrt und waren von diesem Zeitpunkt an für die Menschen von Jayyous vollkommen unerreichbar.
Oben: Oktober 2002: Wنhrend der Erntesaison im Oktober 2002 widersetzte sich die Bevِlkerung von Jayyous mit aller Kraft gegen die Entwurzelung ihrer Olivenbنume durch die Besatzungsmacht. Auf dem Bild verteidigen sie ihr Land und ihre Bنume vor Besatzungssoldaten und Bulldozern. Bis zum 31. Oktober 2002, nach nur einem Monat Bautنtigkeit und der damit verbundenen Zerstِrung, hatte die Besatzungsmacht schon 750 Olivenbنume in Jayyous ausgerissen.




Oben: Juli 2003: Eine groكe Anzahl von Besatzungsbulldozern und anderes schweres Gerنt arbeiten Tag und Nacht, um die erste Phase der Apartheidmauer in Jayyous zu beenden. Die Kosten des Mauerbaus betragen ca. 4,7 Mio. $ pro Kilometer. Ein groكer Teil dieses Geldes kommt aus Mitteln, die Israel von den USA und Europa zur Verfügung gestellt bekommt.




Oben: Juli 2003: Besatzungstruppen bei fieberhafter Arbeit an der Apartheidmauer. Im Hintergrund ist die Siedlung Zufin zu sehen. Jetzt expandiert die Siedlung massiv und eine neue Siedlung „Nofei Zufim“, wird gerade auf Land erbaut, das von Jayyous durch die Mauer abgeschnitten wurde.
Oben: Juli 2003: Im Juli 2003 begannen Familien aus Jayyous in Zelten auf ihren durch die Mauer abgetrennten Feldern zu schlafen. Nach nur einer Woche zwangen Besatzungssoldaten die Familien, ihr Land zu verlassen, zerstِrten die Zelte und beschlagnahmten die Personalausweise von mehr als 40 Bauern aus Jayyous. Dadurch verloren ca. 300 Familien ihre einzige Einkommensquelle. Sie werden nicht mehr bis zu ihrem Land durchgelassen.




Oben: Das Abschneiden von Wasserressourcen durch die Mauer: Die Apartheidmauer hat viele der wichtigsten Wasserressourcen von Jayyous für die im Dorf lebenden Menschen unerreichbar gemacht. Insgesamt sieben Brunnen und ein groكer Tank mit einem Fassungsvermِgen von 1.000 Kubikmetern (siehe Foto oben) liegen jetzt hinter der Mauer. Die Abtrennung von Brunnen sowohl von den zu bewنssernden Feldern als auch von Wohngebieten wie Jayyous, bedeutet, dass das Land unweigerlich austrocknen wird. Daraufhin bringt die Besatzungsmacht üblicherweise vor, das Land sei „unbewirtschaftet“ und unter diesem Vorwand kann es in der Folge beschlagnahmt werden. So kann Land, auch wenn es nicht durch Bulldozer zerstِrt wurde, auf andere Weise vernichtet werden. Im Hintergrund des Fotos ist die Siedlung Zufin zu sehen.




Oben: Militنrisch bewachte Mauerdurchlنsse und das System der „Passierscheine“: Die Bauern von Jayyous sind, wenn sie ihr abgetrenntes Land erreichen wollen, gezwungen, an zwei militنrisch bewachten „Zutrittstoren“ zu warten. Diese werden nur kurz zu unvorhersehbaren und willkürlichen geنnderten Zeitpunkten geِffnet sind. Und sogar dann dürfen nur jene die Tore passieren, die Zutrittsgenehmigungen erhalten haben, die nur befristet und bedingt ausgestellt werden. Diese „Passierscheine“ müssen alle paar Monate erneuert werden und werden nur sehr wenigen Menschen tatsنchlich ausgestellt. An vielen Tagen bleiben die Tore einfach geschlossen und niemand aus dem Dorf kann seine Felder erreichen. Die Tore und das System der Passierscheine gehِren zu jenen Maكnahmen, durch die Israel versucht, für die Mauer und die Beschlagnahme palنstinensischen Landes eine gewisse Legitimitنt herzustellen. Sie verstنrken aber nur die Erniedrigung, die PalنstinenserInnen unter allen Aspekten der Besatzung erleiden; eine Erniedrigung, die letztlich darauf abzielt, sie zu vertreiben.
Oben: Jayyous im Dezember 2004: Ein Besatzungsbulldozer zerstِrt das vom Dorf Jayyous hinter der Apartheidmauer abgetrennte Land. Die Besatzungsmacht ist zur Zeit dabei, eine neue Siedlung „Nofei Zufim“ (welche sich um die schon existierende Siedlung Zufin herum ausdehnt), in diesem abgemauerten Gebiet zu errichten. Wenn sie fertiggestellt wird, wird die Siedlung den Prozess der Abtrennung der DorfbewohnerInnen von ihrem Land und die endgültige und vollkommene Zerstِrung ihres Unterhalts einzementieren. Dies stellt einen Teil der Besatzungsplنne dar, den palنstinensischen landwirtschaftlichen Absatzmarkt zur Gنnze auszulِschen. Mit der Zeit wird es der Besatzung mِglich sein, das ganze abgemauerte Land für die Siedlungsexpansion zu beschlagnahmen. Gleichzeitig bleiben für die PalنstinenserInnen nur ummauerte Ghettos. So sieht die Wirklichkeit der Apartheidmauer in Jayyous aus: mit ihr wird der vollstنndige Niedergang palنstinensischen Lebens angestrebt.









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