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Aktuell
Besatzungstruppen riegeln das Ackerland von Masha ab und beginnen mit dem Abholzen der Olivenhaine
Aktuell, Palästinensische Kampagne gegen die Apartheidmauer, Jul 6, 2005

Den ganzen letzten Monat hindurch wurde den Einwohnern von Masha (Bezirk Salfit) der Zugang zu ihrem hinter der Apartheidmauer abgeschnittenen Ackerland und den Olivenhainen verwehrt. Die Besatzungsmacht gab vor, die Schließung der Gefängnistore [die Gittertore bilden den einzigen Zugang zu den Gebieten außerhalb der Mauer, d.Ü.] sei „saisonal“ bedingt. Doch mittlerweile haben die Bulldozer begonnen, den Boden hinter der Mauer für die Expansion einer jüdischen Siedlung aufzureißen.
Die Bewohner von Masha waren zur selben Zeit Ziel eines besonders brutalen Angriffs durch die Siedler geworden. – Diese gewalttätigen Übergriffe sind nicht anders als ein weiteres Puzzlestück des zionistischen Projekts, das darauf abzielt, die Palästinenser mit Gewalt von ihrem eigenen Land zu vertreiben.

Die Dorfbewohner hatten seit dem 15. Mai keinen Zugang zu ihren Anbauflächen mehr. Die Verwaltungsbehörden der Besatzungsmacht hatte die Mauerdurchlässe kurzerhand zu „saisonalen Toren“ erklärt, die in Zukunft nur mehr während der Olivenernte zwischen Oktober und Dezember geöffnet werden würden.

Alle 2500 Einwohner des im Südwesten des Bezirks Salfit liegenden Dorfes Masha leben von der Landwirtschaft und sind auf die Erträge daraus angewiesen. Durch die Mauer wurden 5000 dunum Land [500 ha] vom Dorf abgeschnitten - die Existenzgrundlage von mehr als 130 Familien.

Das ganze Jahr über lebt die Dorfgemeinde von den Früchten, die auf diesen Äckern geerntet werden. Noch vor der Abriegelung der Tore letzten Monat hatten die Bauern mit den Vorbereitungen für die Olivensaison begonnen und arbeiteten auf den Gemüseäckern und in den Obsthainen. Derzeit warten zudem 300 Mandelbäume auf die Ernte.

Bei Masha gibt es noch ein weiteres Tor, gleich bei der jüdischen Siedlung Elkana. Dort schleust die Besatzungsmacht billige palästinensische Arbeitskräfte in die Gebiete von 1948 [historisches Palästina, aus dem 1948 800000 PalästinenserInnen vertrieben wurden. Heute israelisches Staatsgebiet, d.Ü.] durch. Dieses Tor ist nur zwischen 7h und 8h morgens geöffnet und kann ausschließlich von palästinensischen Arbeitern passiert werden, denen die Besatzungsmacht einen „Passierschein“ ausgestellt hat. Auch jene Familie, deren Haus hier hinter der Mauer eingeschlossen wurde, muss durch dieses Tor, um nach Hause oder ins Dorf zu kommen. Die palästinensischen Arbeiter können vom Tor aus bis zum abgemauerten Gebiet Mashas sehen und berichteten, dass die Besatzungstruppen seit dem 4. Juli die Äcker aufreißen und planieren.

Quer durch das gesamte Westjordanland verleibt sich die Besatzungsmacht alles Land, das durch die Mauer oder die übrige Apartheidinfrastruktur (Siedlerhighways, deren Benützung Palästinenserinnen nach wie vor verboten ist; Militärstützpunkte) von den Dörfern abgetrennt wurde, Schritt für Schritt mit der Expansion jüdischer Siedlungen ein. Die Bewohner von Masha fürchten, dass die Besatzungsmacht mit der Abriegelung der Tore den letzten Schritt zur permanenten Annexion ihres Landes setzen wollte. Das Gebiet könnte der jüdischen Kolonie Elkana angeschlossen werden oder als Stützpunkt für 600 Besatzungssoldaten dienen, die aus dem Gazastreifen in das Gebiet bei Salfit abgezogen werden sollen. Als pseudo-legalen Deckmantel für den Diebstahl an palästinensischem Land zieht die Besatzungsmacht auch heute noch ein Gesetz aus dem Osmanischen Reich heran, nach dem Grundstücke, die drei Jahre lang brach liegen, automatisch dem Herrscher zufallen.

Ein weiterer brutaler Angriff wurde am 4. Juli von Siedlern aus Elkana gegen Palästinenser im Haus von Hani Amer verübt. Die Familie Hani Amers wurde samt ihrem Haus von zwei Seiten eingemauert. Durch die Mauer und die Infrastruktur der Siedler sind sie gezwungen, in einem winzigen Getto zu leben, das kaum größer ist, als ihr Haus.










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