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Aktuell
URGENT CALL - Stoppt die ethnische Säuberung in al-Hadidiye: Rettet das palästinensische Jordantal!
Aktuell, The Palestinian Anti-Apartheid Wall Campaign, May 15, 2007
DRINGENDER APPELL
30. April 2007
Hadidiye, ein 20 Quadratkilometer großer fruchtbar Landstrich im Jordantal, soll von seinen palästinensischen Bewohner "gesäubert" werden. Die Besatzungsmacht will dadurch die vollständige israelische Kolonialisierung dieses Gebietes durchsetzen. Mit der Vertreibung der PalästinenserInnen aus Hadidiye rückt sie ihrem Ziel, der Vertreibung der gesamten palästinensischen Bevölkerung aus dem Jordantal, einen weiteren Schritt näher. Die Besatzungsmacht will letztlich das gesamte strategisch wichtige Tal zwischen Jordanien und dem palästinensischen Westjordanland annektieren. Unterstützen Sie den Widerstand der PalästinenserInnen gegen die Vertreibungspolitik! Tragen Sie dazu bei, dieses Vorgehen der israelischen Behörden zu stoppen!
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| Oben: Eine der winzigen Ansiedlungen in Hadidiye. Diese palästinensische Familie widersetzt sich der Verfügung der Besatzungsmacht und wird sich nicht von ihren Grundstücken vertreiben lassen. |
Am 10. April stellte das Besatzungsgericht Räumungsbefehle an 5 Großfamilien aus, die seit Generationen in Hadidiye leben; sie sollen das Gebiet bis zum 21. April verlassen, ihre Häuser sollen zerstört werden. Etwa 120 der annähernd 500 BeduinInnen, die ständig in Hadidiye leben, werden dadurch zu Flüchtlingen gemacht. Es wird erwartet, dass in den nächsten Tagen auch jenen BewohnerInnen, die bislang noch nicht zum Verlassen Hadidiyes aufgefordert wurden, ähnliche Gerichtsentscheide zugestellt werden. Denn das Ziel der Besatzungsmacht ist es ganz offensichtlich, Hadidiye komplett von palästinensischen BewohnerInnen zu "säubern“.
Die Menschen in Hadidiya weigern sich zu gehen. Sie widersetzen sich damit ein weiteres Mal bewusst den völkerrechtswidrigen Maßnahmen der Besatzungsbehörden. Seit das Jordantal 1967 durch die israelische Armee besetzt wurde, nehmen die Angriffe auf die PalästinenserInnen in Hadidiye ständig zu. In mehreren Übergriffswellen wurden Häuser und Unterkünfte geschliffen. Und doch haben die Menschen ihre Hütten und Zelte jedes Mal wieder aufgebaut.
Das Land von Hadidiye befindet sich im gemeinsamen Besitz ihrer ständigen BewohnerInnen und Landwirten aus Tamoun und Tobas, zwei Ortschaften westlich des Jordantales. Letzteren wird bereits seit Jänner 2005 von der Besatzungsarmee der Zutritt zu ihren Feldern verwehrt. Seit diesem Zeitpunkt hat die Besatzungsmacht das gesamte Jordantal für PalästinenserInnen, die dort nicht ihren Hauptwohnsitz haben, gesperrt. Die Totalabriegelung wurde bis zum heutigen Zeitpunkt nicht aufgehoben.
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| Oben: Mit einem Graben von mehreren Kilometern Länge hat die Besatzungsmacht das Jordantal bei Sahel Libqe’a nach Westen hin abgeriegelt. Nur an zwei Stellen dieses wichtigen Zugangs zum Tal gibt es Übertrittsstellen für den Fahrzeugverkehr, die aber durch Tore versperrt sind. Die beiden Tore werden nur zweimal pro Woche für nur 20 Minuten von den israelischen Soldaten geöffnet. |
Mit einem tiefen Erdgraben von mehreren Kilometern Länge verhindert die Besatzungsmacht außerdem jeglichen Fahrzeugverkehr zwischen dem Gebiet Sahel Libqe’a (zu dem auch al-Hadidiye gehört), und den Orten Tamoun und Tubas, die westlich des Jordantals liegen. Nur an zwei Stellen dieses wichtigen Zugangs zum Tal gibt es Übertrittsstellen, die aber durch Tore abgeriegelt sind. Die beiden Tore werden nur zweimal pro Woche für 20 Minuten von den israelischen Soldaten geöffnet.
Hadidiye verzeichnete die ersten Übergriffe der Besatzungsmacht bereits in den frühen 1970ern. Nach der Konfiszierung palästinensischer Grundstücke wurden darauf völkerrechtswidrig Besatzungssiedlungen und landwirtschaftliche Plantagen errichtet. Hadidiye war besonders aufgrund seines fruchtbaren Bodens und der reichen unterirdischen Wasservorkommen ins Visier der Besatzungsmacht geraten.
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| Oben: Die völkerrechtswidrigen israelischen Siedlungen im Jordantal wurden auf enteignetem palästinensischen Grundstücken errichtet. Ihre großen landwirtschaftlichen Plantagen produzieren hauptsächlich für den Export. Die PalästinenserInnen sind von der Nutzung der modernen Wasserinfrastruktur und der Bewässerungsanlagen ausgeschlossen. Sie stehen nur den Siedlungen zur Verfügung. Im Bild eine der Siedlungen im Gebiet Hadidiye. |
Die Siedler betreiben auf palästinensischem Grund und Boden riesige Obst- und Gemüseplantagen. Rücksichtslos werden beinahe die gesamten im Tal verfügbaren Wasservorkommen in die industrialisierte Intensivlandwirtschaft gepumpt. Mit ihren leistungsfähigen Grundwasserpumpen graben die Siedlungen den palästinensischen BewohnerInnen im Jordantal das lebensnotwendige Wasser ab. Die PalästinenserInnen sind von der Nutzung der modernen Wasserinfrastruktur und der Bewässerungsanlagen ausgeschlossen. Sie stehen nur den Siedlungen zur Verfügung. Während der Überfluss an Wasser Obst und Gemüse in den Siedlerplantagen üppig gedeihen lässt und eine wettebewerbsfähige Landwirtschaft erlaubt, sitzen die PalästinenserInnen auf dem Trockenen. Auch wer nur wenige Meter neben einer der zionistischen Pumpanlagen wohnt, muss sein Trinkwasser aus 20 km Entfernung mühsam herankarren.
Doch damit nicht genug: Den PalästinenserInnen in Hadidiye ist es auch verboten, Straßen zu errichten, um ihre Grundstücke erreichen zu können. Der Anschluss ans Stromnetz wird ihnen von der Besatzungsmacht verwehrt. Eine weitere Taktik der Besatzungsbehörden besteht darin, palästinensisches Weideland willkürlich zu militärischem Sperrgebiet zu erklären. Den Schafhirten wird unter dem Vorwand, sie befänden sich auf verbotenem Gebiet, immer wieder ihr Vieh konfisziert, obwohl sie sich auf ihrem eigenen Land aufhalten. Die Schafe werden in regelrechte „Anhaltelager“ in den Siedlungen abtransportiert und nur dann herausgegeben, wenn die PalästinenserInnen die horrenden Strafen entrichten, die wegen der „Verletzung des Sperrgebietes“ verhängt wurden.
Der Fall Hadidiye ist symptomatisch für die israelische Politik der Apartheid und der ethnischen Säuberung seit 1948. Bis heute werden palästinensische Gemeinden auf beiden Seiten der Grünen Linie von ihrem Land vertrieben, umgesiedelt und diskriminiert. Allein entlang dem Verlauf der Apartheidmauer werden 14 palästinensische Dörfer komplett zerstört. An die 100 Ortschaften sind im Niemandsland hinter den Mauern unter menschenunwürdigen Bedingungen gefangen.
Für mehr Informationen zu bedrohten Dörfern innerhalb der Grünen Linie siehe www.assoc40.org.
Unterstützen auch Sie die Menschen in Hadidiye und den palästinensischen Widerstand gegen die Vertreibungspolitik:
WAS KÖNNEN SIE TUN:
- Kontaktieren Sie JournalistInnen und informieren Sie über die drohende Vertreibung der BewohnerInnen Hadidiyes. Leiten Sie unsere PRESSEERKLÄRUNG weiter.
- Kontaktieren Sie Ihr Außenministerium und die diplomatischen VertreterInnen Ihres Landes in Palästina. Fordern Sie sie auf, dem Fall Hadidiye und der systematischen Vertreibung von PalästinenserInnen durch die israelischen Behörden nachzugehen und dazu öffentlich Stellung zu nehmen. (Die Kontaktsdressen Ihrer Botschaft finden Sie hier.)Weitere Kontaktadressen siehe unten
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THE PALESTINIAN ANTI-APARTHEID WALL CAMPAIGN
Die palästinensische Kampagne gegen die Apartheidmauer – Stop The Wall arbeitet mit den Menschen in Hadidiye zusammen, um das Überleben dieser bedrohten palästinensischen Gemeinde zu schützen. Die BewohnerInnen in Hadidiye kämpfen um ihr Land, um Gerechtigkeit und um Respekt. Ihr Kampf ist Teil des Widerstandes gegen die Besatzung und für ein freies Palästina. Wir, die Palestinian Anti-Apartheid Wall Campaign, verstehen es als unsere Aufgabe, gefährdete palästinensische Dorfgemeinden im gesamten Westjordanland zu vernetzen und über Basiskomitees vor Ort Proteste zu mobilisieren. Dadurch gelingt es uns, die Entschlossenheit der unmittelbar Betroffenen, sich dem Unrecht nicht zu beugen, zu unterstützen und gleichzeitig, Informationen über Proteste und Aktionen des zivilen Ungehorsams in den palästinensischen Dörfern und Städten global zu verbreiten.
UNSER ZIEL IST ES,
• dass die Stimme der palästinensischen Bevölkerung überall in der Welt hörbar wird;
• nationale und internationale Organisationen dazu zu bringen, gegen Vertreibung und Häuserzerstörung in Palästina aktiv zu werden;
• Berichte über die tatsächlichen Zustände in Palästina in die Berichterstattung von Zeitungen und Nachrichtenagenturen zu bringen. Dazu organisieren wir auch Touren vor Ort für MedienvertreterInnen.
Unterstützen Sie die unseren Widerstand gegen die Besatzungpolitik! Nehmen Sie Kontakt zu uns auf und informieren Sie uns über ihre Bemühungen: global@stopthewall.org.
Kontaktadressen der VERTRETUNGEN IN RAMALLAH und der MINISTERIEN FÜR AUSSENPOLITIK
DEUTSCHLAND
Representative Office of the Federal Republic of Germany
Vertretungsleiter: Jörg Ranau
weiter zum Kontaktformular
Tel. +972 2 298 47 88 oder +970 2 298 47 88
Fax +972 2 298 47 86
Representative Office of the Federal Republic of Germany
P.O. Box 1854,
Ramallah
Palestinian Authority
*Auswärtiges Amt Berlin
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SCHWEIZ
*Representative Office of Switzerland to the Palestinian Authority
vertretung@rah.rep.admin.ch
Tel. +970 2 240 83 60
Fax +970 2 240 83 62
Representative Office of Switzerland
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Al-Bireh - Ramallah
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ÖSTERREICH
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* ADA - Botschaftrsrat Dr. Oskar Wüstinger
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