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Aktuell
HEBRON - Am Tag des Bodens erobern vertriebene PalästinenserInnen die Straßen der Altstadt zurück
Aktuell, The Palestinian Anti-Apartheid Wall Campaign, Apr 4, 2007

Am Tag des Bodens versammelten sich mehr als 800 PalästinenserInnen aus ganz Hebron, um dem Tag des Bodens zu gedenken. Mit ihrer Demonstration versuchten sie, für einige Stunden die Straßen der Altstadt zurückzuerobern, deren palästinensische BewohnerInnen in den letzten Jahren mit Gewalt und Schikanen vertrieben worden waren. Die DemonstrantInnen trotzten dem massiven Aufgebot an Besatzungstruppen, die an Straßensperren rund um die hermetisch abgeriegelte Altstadt Hebrons postiert waren.

Oben: Unter starker Beteiligung der Frauen gedenken die PalästinenserInnen in Hebron den Opfern des Tag des Bodens (Foto: Al Quds-newspaper, Palestine).
Das Volkskomitee gegen die Apartheidmauer Hebron hatte die BewohnerInnen der Stadt aufgerufen, sich am Tag des Bodens zu einem Protestmarsch zu versammeln. Vom Ben Rushd Platz im neueren Teil der Stadt aus, zog die Demonstration zum Al Manara Platz. Unter lauten Protestchören und wehenden palästinensischen Fahnen erreichten die Menschen schließlich die Altstadt Hebrons, aus der in den vergangenen Jahren auch die letzten palästinensischen BewohnerInnen mit Gewalt vertrieben worden waren. Heute präsentiert sich das Stadtzentrum als ethnisch gesäubertes, nur mehr von israelischen SiedlerInnen bewohntes Viertel.

Am Zawiya-Tor, wo eine Straßensperre der Besatzungstruppen die Shuahda Straße und damit den Großteil der Altstadt Hebrons abriegelt, kam die Demonstration zum Stillstand. Im Angesicht der schwer bewaffneten Soldaten erinnerten die VeranstalterInnen in Ansprachen an die Geschichte des palästinensischen Kampfes für Freiheit und Unabhängigkeit und unterstrichen die tiefe Verbundenheit der PalästinenserInnen mit ihrem Land.

Mag heute auch die historische Altstadt Hebrons abgeschottet sein, der Bazar zerstört und ihre palästinensischen BewohnerInnen vertrieben sein, so bleibt sie dennoch eine der schönsten und bedeutendsten historischen Stadtzentren Palästinas; Mögen auch noch so viele israelische Truppen dort stationiert und Hunderte israelischer Fahnen als Zeichen der Eroberung auf den Jahrhunderte alten palästinensischen Steinbauten gehißt werden, nachdem ihre rechtmäßigen Eigentümer gewaltsam vertrieben wurden.

Auch am Tag des Bodens wurde die Protestveranstaltung gegen Enteignung und Besatzung mit massivem Tränengaseinsatz aufgelöst. Die Soldaten schossen ihre Gasgranaten gezielt in die Menge, die im unerträglich beißenden Nebel auseinanderstob. Nur die Jugendlichen blieben und beantworteten diesen erneuten Angriff auf das Existenzrecht der PalästinenserInnen in ihren Städten und in ihrer Heimat, mit einem Hagel aus Steinen.


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