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Aktuell
JORDANTAL - Rassistisches Reiseverbot treibt palästinensische Bauern in den Bankrott. Auch Weidegänge nur mehr in Dorfnähe erlaubt.
Aktuell, Palestinian Grassroots Anti-Apartheid Wall Campaign, Oct 13, 2006

Oben: Stundenlanges Warten an den Checkpoints. Für die Zeit der jüdischen Feiertage wurde für PalästinenserInnen ein totales Reiseverbot verhängt.
Neue Bestimmungen der Besatzungspolitik verbieten es PalästinenserInnen im Jordantal, außerhalb ihres Wohnsitzes zu übernachten. Für die Zeit der jüdischen Feiertage wurde ein totales Reiseverbot verhängt. Hirten sollen in Zukunft ihre Tiere nur mehr in einem 100m-Umkreis um ihre Häuser weiden dürfen.

Mit diesen irrwitzigen neuen Vorschriften, die im vergangenen Monat verlautbart wurden, sollen die letzten PalästinenserInnen aus dem Landstreifen entlang des Jordanflusses vertrieben werden.

In Tayassir und am Al-Hamra-Checkpoint, die an den wenigen Zufahrtsstraßen liegen, über die das Jordantal noch betreten werden kann, wurden vergangene Woche mehrmals Personalausweise von Palästinensern konfisziert, weil sie „außerhalb ihrer Dörfer übernachtet hatten“.

Für die Bauern und Bäuerinnen aus dem Jordantal ist es lebensnotwendig, ihre Produkte auf den Märkten des Westjordanlandes und besonders im Bezirk Tubas verkaufen zu können. Das heißt häufig, so lange dort übernachten zu müssen, bis alle Waren verkauft sind. Doch schon seit September kündigten sich Verschärfungen in der Abriegelungspolitik und bei den Reisebeschränkungen für PalästinenserInnen an. Anfangs ließ man die JordantalbewohnerInnen für Stunden ohne jeden Grund an den Checkpoints Richtung Westjordanland warten. Als zweiter Schritt wurde verfügt, dass überhaupt nur mehr PalästinenserInnen mit Hauptwohnsitz im Jordantal die Checkpoints überqueren dürfen, welche dieses hermetisch vom Rest des besetzen Westjordanlandes abriegeln. Als dritte Restriktion verfügte nun die Besatzungsmacht, dass es den PalästinenserInnen aus dem Jordantal verboten sei, außerhalb ihrer Dörfer zu übernachten. Zuletzt blieben die Checkpoints für die ganze Dauer der jüdischen Feiertage geschlossen. Damit wurden PalästinenserInnen einem totalen Reiseverbot unterworfen.

Oben: Checkpoints riegeln das Jordantal hermetisch ab. Nur mehr wer hier seinen Wohnsitz hat, kommt durch.
Doch damit nicht genug: Nun wurde palästinensischen Hirten im Jordantal auch noch verboten, ihre Tiere außerhalb eines nur 100m großen Radius um ihre Häuser grasen zu lassen. Die Besatzungssoldaten in Attof setzen dieses Weideverbot bereits gewaltsam durch und verjagten Schafhirten vom Weidegebiet. Ihre Tiere wurden konfisziert und saftige Geldstrafen verhängt. Die palästinensischen Viehzüchter protestieren gegen diese neuerliche Einschränkung. Es versteht sich von selbst, dass die Haltung von Tieren unter diesen Umständen unmöglich ist. Oftmals werden die Grundstücke innerhalb des Umkreises der Wohnhäuser zu anderen Zwecken genutzt und bieten keine Futter für Schafe und Ziegen, die weite Flächen als Weideland benötigen.


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