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Wieder Wohnhäuser zerstört: PalästinenserInnen werden mit vorgehaltener Waffe vertrieben
Aktuell, Palestinian grassroots Anti-Apartheid Wall Campaign, Jan 31, 2006

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Oben: In Numan zerstörten Bulldozer zwei Häuser. Nidal Ahmed Darawi, sein Bruder Khader und ihre Familien wurden mit vorgehaltener Waffe gezwungen, ihre Grundstücke zu verlassen. All ihre Habseligkeiten wurden mit den Häusern vernichtet.
Im Dorf Numan, nordöstlich von Bethlehem und in Al-Walaja westlich von Bethlehem stehen die Menschen wegen der Besatzungspolitik der realen Gefahr ihrer Vertreibung gegenüber. Man terrorisierte sie und machte ihr Leben unerträglich. Sie waren nicht einmal mit den elementarsten Dinge, wie Wasser und Strom, versorgt. Dies soll so lange andauern „bis sie gezwungen sind, das Gebiet zu verlassen“, sagte kürzlich ein Hauptmann der Besatzungsmacht, der mit seiner Truppe in diesem Gebiet permanent Druck auf palästinensische DorfbewohnerInnen ausübt. Seit 1967 wird das Gemeindegebiet dieser Dörfer nahe Bethlehem von der Besatzungsmacht als Teil des Jerusalemer Stadtgebiets betrachtet, das sie annektiert hat. Gleichzeitig aber wird den Menschen, die in diesen Dörfern wohnen, nicht der Status der Bewohner Jerusalems zuerkannt und sie werden nicht länger als Besitzer ihres Landes angesehen.

In Numan tauchten um 8 Uhr morgens die Bulldozer der Besatzer auf und zerstörten zwei Wohnhäuser. Die Besatzungskräfte behaupteten, die Besitzer, Nidal Ahmed Darawi und sein Bruder Khader, besäßen keine Baugenehmigungen und die Häuser müssten deshalb zerstört werden - ein typischer Vorwand, der beinahe bei allen Häuserzerstörungen durch die Besatzungsmacht vorgebracht wird. Im Dorf wurde ein großes Kontingent von Besatzungssoldaten und Bulldozern zusammengezogen, das kurzerhand zu „militärischem Sperrgebiet“ erklärt wurde.

Mit vorgehaltenen Waffen wurden die BewohnerInnen gezwungen, ihre Häuser zu verlassen. Ihnen wurde nicht einmal die Zeit gegeben, um ihre Grundstücke zu räumen. Die Häuser wurden sofort zerstört und mit ihnen alles, was sich darin befand. Nidal und sein Bruder versuchten noch, das unvermeidliche zu verhindern und ihre Häuser zu verteidigen und gerieten so mit den Besatzungskräften aneinander. Als andere DorfbewohnerInnen den Brüdern zu Hilfe eilten, wurden auch sie von den Soldaten mit Stöcken und Gewehrkolben geschlagen und mit Tränengasgranaten beschossen.

Nidal und Khader lebten in zwei benachbarten Einfamilienhäusern. Nidal lebte mit seiner Frau und seinen drei Kindern auf 100qm. Das Haus Khaders hatte eine Grundfläche von etwa 70qm. Auch er hat Frau und drei Kinder. Mit einem Schlag sind nun 10 Menschen obdachlos.

Am Mittag desselben Tages zerstörten die Besatzungsmacht mit ihren Bulldozern westlich von Bethlehem noch zwei weitere Häuser. Die Besatzungsbulldozer griffen Ain Jwazeh, einen Teil des Dorfes Al-Walaja an, blockierten die Zufahrtswege und erklärten das Dorf zum militärischen Sperrgebiet. Dann begannen sie mit der Zerstörung der Häuser. Zwei Familien - insgesamt 15 Personen - wurden unter Androhung von Waffengewalt gezwungen, ihre Häuser zu verlassen. Es wurde ihnen nicht erlaubt, etwas mitzunehmen.

Die Besatzungsmacht hatte zuvor bekannt gegeben, die jüdische Siedlung Har Homa um 8000 Wohnungen vergrößern zu wollen. Dieser Siedlung westlich des Dorfes Numan liegt am Hügel Abu Gnaim, auf Grundstücken der DorfbewohnerInnen. Das neue Bauvorhaben der Besatzungsmacht in Har Homa sieht auch die Errichtung eines Einkaufszentrums und eines Parks auf zwangsenteigneten palästinensischem Land vor.

Oben: Am selben Tag wurden zwei Häuser in Al-Walaja im Westen Bethlehems zerstört. Zwei Familien - 15 Personen - wurden so mit einem Schlag obdachlos.


Oben: Das zerstörte Haus in Al-Walaja.



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