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PRESSEERKLÄRUNG - Drohende Vertreibung der PalästinenserInnen aus Al-Hadidiye im Jordantal!
Aktuell, The Palestinian Anti-Apartheid Wall Campaign, May 14, 2007

***PRESSEERKLÄRUNG***
*Drohende Vertreibung der PalästinenserInnen aus Al-Hadidiye im Jordantal!*
30. April 2007

***DRINGEND***

Hadidiye ist ein 20 Quadratkilometer großer fruchtbarer Landstrich im Jordantal. Am 10. April 2007 verfügte ein israelisches Besatzungsgericht die vollständige Räumung des Gebietes. Per Gerichtsbeschluss wurde fünf palästinensischen Großfamilien befohlen, ihre Ansiedlungen bis zum 21. April 2007 zu verlassen. Ebenso wir darin die Schleifung ihrer Häuser angekündigt.
Al-Hadidiye ist die Heimat von etwa 500 palästinensischen BeduinInnen, die schon seit Generationen im Jordantal sesshaft sind. Mit dem jüngsten Entscheid der Besatzungsbehörden werden 120 Mitglieder der BeduinInnengemeinde per Dekret zu Heimatlosen. Die Räumung Al-Hadidiyes ist nichts anderes als eine gerichtlich verordnete ethnische Säuberung!


Die aktuelle Situation
Oben: Auch diese Beduinenfamilie weigert sich, ihr Land zu verlassen.


Die Betroffenen weigern sich, Hadidiye zu verlassen. Sie widersetzen sich damit ein weiteres Mal bewusst den völkerrechtswidrigen Maßnahmen der Besatzungsbehörden. Es wird erwartet, dass in den nächsten Tagen auch jenen BewohnerInnen, die bislang noch nicht zum Verlassen Hadidiyes aufgefordert wurden, ähnliche Gerichtsentscheide zugestellt werden. Denn das Ziel der Besatzungsmacht ist es ganz offensichtlich, ALLE PalästinenserInnen aus Hadidiye zu vertreiben.

EigentümerInnen der Grundstücke im Gebiet Hadidiye sind sowohl die BeduinInnen, die dort Viehzucht betreiben, als auch LandwirtInnen aus den palästinensischen Ortschaften Tamoun und Tubas, die westlich des Jordantales liegen. Diesen Bauern und Bäuerinnen wird bereits seit Jänner 2005 von der Besatzungsarmee der Zutritt zu ihren Feldern verwehrt. Seit diesem Zeitpunkt hat die Besatzungsmacht das gesamte Jordantal für PalästinenserInnen, die dort nicht ihren Hauptwohnsitz haben, gesperrt. Die Totalabriegelung wurde bis zum heutigen Zeitpunkt nicht aufgehoben.

Die Hintergründe

Seit das Jordantal 1967 durch die israelische Armee besetzt wurde, nehmen die Angriffe auf die PalästinenserInnen in Hadidiye ständig zu. In mehreren Übergriffswellen wurden ihre Häuser und Unterkünfte geschliffen. Doch jedes Mal hatten sich die Betroffenen geweigert, das Gebiet zu verlassen. Sie bauten nach der Zerstörung ihrer Häuser einfache Hütten und Zelte auf, in denen sie bis heute leben.

Doch mit den nun vom Besatzungsgericht ausgesprochenen Räumungsanordnungen soll der Schlussstrich unter die Existenz palästinensischer Ansiedlungen in Hadidiye gezogen werden. Mit der Vertreibung der PalästinenserInnen aus Hadidiye setzt die Besatzungsmacht einen weiteren Schritt in Richtung eines palästinenserlosen Jordantales. Die Besatzungsmacht hat angekündigt, das gesamte Tal bis hin zum Toten Meer an Israel annektieren zu wollen. Mit der umfassenden Belagerung dieses schmalen abgeschiedenen Landstriches und dessen ethnischer Säuberung per Gerichtsdekret rückt dieses Ziel nun in greifbare Nähe.

Hadidiye verzeichnete die ersten Übergriffe der Besatzungsmacht bereits in den frühen 1970ern. Nach der Konfiszierung palästinensischer Grundstücke wurden darauf völkerrechtswidrig Besatzungssiedlungen und landwirtschaftliche Plantagen errichtet. Hadidiye war besonders aufgrund seines fruchtbaren Bodens und der reichen unterirdischen Wasservorkommen ins Visier der Besatzungsmacht geraten.
Die Siedler betreiben auf palästinensischem Grund und Boden riesige Obst- und Gemüseplantagen. Rücksichtslos werden beinahe die gesamten im Tal verfügbaren Wasservorkommen in die industrialisierte Intensivlandwirtschaft gepumpt. Mit ihren leistungsfähigen Grundwasserpumpen graben die Siedlungen den palästinensischen BewohnerInnen im Jordantal das lebensnotwendige Wasser ab. Die PalästinenserInnen sind von der Nutzung der modernen Wasserinfrastruktur und der Bewässerungsanlagen ausgeschlossen. Sie stehen nur den Siedlungen zur Verfügung. Während der Überfluss an Wasser Obst und Gemüse in den Siedlerplantagen üppig gedeihen lässt und eine wettebewerbsfähige Landwirtschaft erlaubt, sitzen die PalästinenserInnen auf dem Trockenen. Auch wer nur wenige Meter neben einer der zionistischen Pumpanlagen wohnt, muss sein Trinkwasser aus 20 km Entfernung mühsam herankarren. Doch damit nicht genug: Den PalästinenserInnen in Hadidiye ist es auch verboten, Straßen zu errichten, um ihre Grundstücke erreichen zu können. Der Anschluss ans Stromnetz wird ihnen von der Besatzungsmacht verwehrt. Eine weitere Taktik der Besatzungsbehörden besteht darin, palästinensisches Weideland willkürlich zu militärischem Sperrgebiet zu erklären. Den Schafhirten wird unter dem Vorwand, sie befänden sich auf verbotenem Gebiet, immer wieder ihr Vieh konfisziert, obwohl sie sich auf ihrem eigenen Land aufhalten. Die Schafe werden in regelrechte „Anhaltelager“ in den Siedlungen abtransportiert und nur dann herausgegeben, wenn die PalästinenserInnen die horrenden Strafen entrichten, die wegen der „Verletzung des Sperrgebietes“ verhängt wurden.

Hadidye ist kein Einzelfall. Die von der israelischen Besatzungsmacht vor Ort praktizierte Politik zeigt, wie im gesamten Palästina seit 1948 mit Apartheidmethoden und systematischer Vertreibung gegen PalästinenserInnen vorgegangen wird. Bis heute werden PalästinenserInnen auf beiden Seiten der Grünen Linie diskriminiert und von ihrem Land vertrieben. Allein entlang dem Verlauf der Apartheidmauer werden 14 palästinensische Dörfer komplett zerstört. An die 100 Ortschaften sind im Niemandsland hinter den Mauern unter menschenunwürdigen Bedingungen gefangen. (Mehr Informationen zu den bedrohten palästinensischen Dörfern innerhalb der Grünen Linie: www.assoc40.org).
*LINK: FOTOS von Hadidiye

Die Palestinian Anti-Apartheid Wall Campaign:

Gemeinsam mit den Menschen in Hadidiye versuchen wir, das Überleben dieser bedrohten palästinensischen Gemeinde zu schützen. Die BewohnerInnen in Hadidiye kämpfen um ihr Land, um Gerechtigkeit und um Respekt. Ihr Kampf ist Teil des Widerstandes gegen die Besatzung und für ein freies Palästina.

Wir, die
Palestinian Anti-Apartheid Wall Campaign, haben es uns zur Aufgabe gemacht, bedrohte palästinensische Dorfgemeinden im gesamten Westjordanland zu vernetzen und über Basiskomitees vor Ort Proteste zu mobilisieren. Dadurch gelingt es uns, die Entschlossenheit der unmittelbar Betroffenen, sich dem Unrecht nicht zu beugen, zu unterstützen und gleichzeitig, Informationen über Proteste und Aktionen des zivilen Ungehorsams in den palästinensischen Dörfern und Städten global zu verbreiten.


KONTAKT
THE GRASSROOTS PALESTINIAN ANTI-APARTHEID WALL CAMPAIGN
Campaign Head Office: +970-2-2971505
Campaign Fax: +970-2-2975123
Campaign E-Mail: http://stopthewall.org/forthemedia/Mobilize@StopTheWall.org

ENDE


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