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JORDANTAL - Vertreibung aus Hadidiye
Fotos, The Palestinian Anti-Apartheid Wall Campaign, May 18, 2007

Die Besatzungsmacht hat angekündigt, einen 20 Quadratkilometer großen Landstrich im Jordantal gänzlich von seinen palästinensischen BewohnerInnen zu räumen. Hadidiye, ein immenses fruchtbares Gebiet im Jordantal, wird damit de facto ethnisch gesäubert.

Am 10. April wurden an 5 Großfamilien, die seit Menschengedenken in Hadidiye leben, gerichtliche Räumungsverfügungen zugestellt. Den PalästinenserInnen wird darin befohlen, das Gebiet vor dem 21. April zu verlassen. Ihre Unterkünfte sollen laut der Besatzungsbehörde zerstört werden.
Mehr als 120 der ungefähr 500 BeduinInnen, die in Hadidiye wohnen, werden damit zu Flüchtlingen gemacht.

LINKS zum THEMA
* Die StopTheWall-Multimediapräsentation über das Jordantal LINK

*URGENT APPEAL und Presseerklärung: Hadidiye droht die ethnische Säuberung [deutsch]

*URGENT CALL - Stoppt die ethnische Säuberung in al-Hadidiye: Rettet das palästinensische Jordantal! [deutsch]

Oben: Hier lebt eine jener Großfamilien, die nun einen Räumungsbefehl erhalten hat. Die fruchtbare Hochebene hat ihnen seit Generationen ihren Lebensunterhalt gewährt. In al-Hadidiye gibt es weder Asphaltstraßen noch gemauerte Häuser, denn die Besatzungsmacht, die im gesamten Jordantal außerhalb Jerichos die Verwaltung kontrolliert, verweigert den PalästinenserInnen systematisch jegliche Baugenehmigung. Aus dem selben Grund fehlt es an fließendem Wasser und Elektrizität.
Oben: Die PalästinenserInnen von al-Hadidiye sind Bauern und Schafhirten. Wie auch im übrigen Jordantal sind ihre reichsten Wasserressourcen und die fruchtbarsten Grundstücke Stück für Stück von der Besatzungsmacht enteignet worden. Die palästinensische Landwirtschaft wurde durch derartige Praktiken an den Rand des Ruins getrieben. Im Jordantal werden immer wieder willkürlich ganze Landstriche von den Besatzungsbehörden zum Sperrgebiet deklariert. Sie verbieten PalästinenserInnen damit, ihre Weideflächen zu betreten. Tun die Bauern es dennoch, so wird ihr Vieh von der Armee beschlagnahmt.



Oben: Die völkerrechtswidrigen israelischen Siedlungen im Jordantal betreiben große landwirtschaftliche Plantagen und produzieren hauptsächlich für den Export. Sie sind es, die in erster Linie von der Konfiszierung palästinensischer Grundstücke und Wasserressourcen profitieren. Im al-Hadidiyegebiet floriert die industrialisierte zionistische Landwirtschaft. Auf riesigen Anlagen werden Kräuter, Blumen und Weintrauben angebaut. Im Bild einige Gewächshäuser einer israelischen Siedlung.
Oben: Die Ausbeutung und Unterdrückung der PalästinenserInnen im Jordantal hat System: Zuerst werden ihre Grundstücke zwangsenteignet. Darauf werden dann israelische Siedlungen und Plantagen errichtet. Vielen PalästinenserInnen bleibt nichts anderes übrig, als dort zu arbeiten; womöglich auf einem Feld, das ihnen früher selbst gehörte. Die Arbeitsbedingungen in der industrialisierten Landwirtschaft sind menschenunwürdig, aber es gibt kaum Alternativen, um sich als PalästinenserIn im Tal den Lebensunterhalt zu verdienen. Die palästinensische Landwirtschaft wird systematisch behindert: Heute ist es beinahe unmöglich, palästinensisches Gemüse und Obst aus dem Jordantal in die übrige West Bank zu verkaufen. Umgekehrt werden palästinensische Arbeitskräfte nur dann an den Checkpoints vorbei ins Jordantal hineingelassen, wenn sie für die israelischen Siedlungen arbeiten.



Oben: Eine der zionistischen Siedlungen, die im Jordantal auf zwangsenteignetem palästinensischen Land gebaut wurden. Die Besatzungsmacht gewährt den Siedlern permanente Preisnachlässe von 75% auf Trinkwasser, Strom, Telekommunikation und öffentliche Verkehrsmittel.
Oben: Mit einem Graben von fünf Kilometern Länge hindert die Besatzungsmacht PalästinenserInnen aus dem Gebiet Sahel Libqe’a (zu dem auch al-Hadidiye gehört), aus dem Jordantal über eine Talsenke nach Westen zu fahren. Umgekehrt können Bauern aus den Orten Tamoun und Tubas, die westlich des Jordantals liegen, nicht mehr mit ihren Arbeitsgeräten und Karren ins Tal, um ihre Grundstücke zu bewirtschaften. Auch palästinensischen ArbeiterInnen ist dadurch der Weg nach Sahel Libqe’a versperrt. Nur an zwei Stellen dieses wichtigen Zugangs zum Jordantal gibt es Übertrittsstellen, die aber durch Tore abgeriegelt sind. Die beiden Tore werden nur einmal alle zwei Wochen 20 Minuten lang von den israelischen Soldaten geöffnet.



Oben: Einige Familien aus al-Hadidiye haben nach Erlass des militärischen Räumungsbefehls ihre Heimat verlassen, ohne genau zu wissen, wohin sie überhaupt gehen sollten. Sie konnten nur das mitnehmen, was sie tragen konnten.. Der Großteil der BewohnerInnen al-Hadidiyes ist allerdings fest entschlossen, weiterhin auf ihrem Land zu bleiben und sich auch diesem Angriff der Besatzungsmacht zu widersetzen.




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