Amoklauf eines Soldaten. Palästinensische Ernte durch Besatzungstruppen verbrannt.
Aktuell, Palestinian Grassroots Anti-Apartheid Wall Campaign, Jun 21, 2006
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| Oben: Die Moschee von Aqaba. Schauplatz des Amoklaufes des Soldaten. |
Im Zuge einer militärischen Suchaktion verbrannten die Besatzungstruppen am 6. Juni annähernd 20 Dunum [2 Hektar] Land im Jordantal. Erntereifes Gemüse fiel einem durch Leuchtspurmunition ausgelösten Flächenbrand zum Opfer, die eingesetzt wurde, um einen geflohenen Soldaten aufzuspüren. Dieser tauchte unvermittelt im palästinensischen Dorf Al Aqaba auf und begann wild um sich zu schießen. Danach drang er in die Moschee ein, richtete die Waffe gegen sich und beging Selbstmord.
Die Antwort der Besatzungstruppen auf diesen Vorfall war eine Ausgangssperre über das gesamte Dorf. Die PalästinenserInnen blieben einen ganzen Tag lang in ihren Häusern eingeschlossen.
Nachdem die Flucht des Soldaten aus dem Militärstützpunkt bei Al Aqaba entdeckt worden war, umzingelten die Besatzungstruppen ein weites Gebiet zwischen Tobas, Tayaseer und Aqaba und verschossen Leuchtspurmunition. Als die glühend heißen Projektile am trockenen Boden im ausgedörrten Gras aufschlugen, brachen an mehreren Stellen Brände aus. Auf den Gemüsefeldern von Ein Nun, östlich von Tubas, stand die Ernte kurz bevor, doch nun wurde durch das Feuer alles zerstört. Die Flammen konnten ungestört auf den Feldern wüten, denn die Besatzungsarmee hielt die Einsatzwägen fest und hinderte die Feuerwehrleute daran, an den Brandort zu gelangen.
Der Flächenbrand zerstörte 15 Dunum [1,5 ha] in Tobas und 4 Dunum in Tayaseer. Dieser Verlust wiegt für die palästinensischen Familien umso schwerer, als es aufgrund der seit 2005 praktizierten Maßnahmen gegen die BewohnerInnen des Jordantales ohnehin schon extremer Anstrengungen bedarf, um überhaupt noch durch die Landwirtschaft ein Einkommen erwirtschaften zu können. Sowohl das Pflanzen als auch das Bearbeiten der Kulturen wird durch die Besatzungpolitik zu einem beinahe unmöglichen Unterfangen. Doch für die palästinensischen Familien im Jordantal stellt die Landwirtschaft ihre traditionelle und auch einzige Einkommensquelle dar.
Der vermisste Besatzungssoldat tauchte am Abend des 6. Juni plötzlich mitten im Dorf Aqaba auf. Er begann wild um sich zu schießen. Daraufhin drang er in die Moschee ein und feuerte auch dort mehrere Schüsse ab. Dann richtete er die Waffe gegen sich selbst und beging Selbstmord.
Als Antwort auf diesen Vorfall wurde ganz Aqaba unter Ausgangsperre gestellt. Einen ganzen Tag lang durften die PalästinenserInnen ihre Häuser nicht verlassen, während Besatzungssoldaten das Dorf bevölkerten, um jeden Hinweis auf den Amoklauf des Soldaten zu beseitigen. Den DorfbewohnerInnen wurden Konsequenzen angedroht, falls sie der lokalen Presse gegenüber Informationen über den Vorfall weitergeben würden.
Berichten zufolge fragte der Bürgermeister von Aqaba die Soldaten, was denn ihre Reaktion gewesen wäre, wenn ein Palästinenser eine ähnliche Tat verübt hätte. Ihre Antwort lautete: „Wir hätten das ganze Dorf über euren Köpfen platt gemacht!“
Dieser Vorfall ist ein Beispiel dafür, wie das Leben der PalästinenserInnen unter Militärbesatzung im Jordantal aussieht. Für die Errichtung der zionistische Militärbasen im Norden und Süden des Dorfes war palästinensisches Land gestohlen worden. Hinzu kommt, dass die Besatzungstruppen in jüngster Zeit mehr und mehr dazu übergehen, direkte Gewalt gegen die DorfbewohnerInnen auszuüben. Besonders gefürchtet sind ihre „Militärmanöver“. Schon an die 50 Leute aus Aqaba wurden im Zuge dieser Einsätze verwundet. Einige von ihnen trugen bleibende Schäden, wie Narben und Verstümmelungen davon.
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| Oben: Besonders im Sommer, wenn die natürliche Vegetation ausdörrt, ist das Feuer eine beliebte Waffe der zionistischen Besatzung, um die Ernte und damit die Lebensgrundlage der PalästinenserInnen in den ländlichen Gebieten zu zerstören. |
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