Besatzungstruppen zerstören erneut Marktstände palästinensischer Bauern im Jordantal
Aktuell, Palestinian Grassroots Anti-Apartheid Wall Campaign, May 29, 2006
Die andauernde Drangsalierung der palästinensischen Bevölkerung im Jordantal ist durch die Zerstörung von 13 Marktständen, die palästinensische Bauern zum Verkauf ihrer Produkte nutzen, weiter eskaliert. Besatzungstruppen griffen die PalästinenserInnen an, stahlen ihre Ware und zerstörten die Geschäfte.
Am 14. Mai um 9 Uhr morgens begannen Armeebulldozer zwischen den Dörfern Bardala und Ein al-Beida die Verkaufsstände der palästinensischen Bauern an der Landstraße 90 zu zerstören. Die Besatzungstruppen erklärten das Gebiet zur militärischen Sperrzone und hielten heraneilende Geschäftsinhaber unter dem Vorwand, dass „die Straße für Palästinenser geschlossen sei“, davon ab, zu ihren Marktständen zu gelangen. Die Landstraße 90, welche vom Norden bis in den Süden des Jordan-Tals führt, war seit langem widerrechtlich nur für den Verkehr der Siedler und für Autos aus Palästina´48 geöffnet gewesen. Trotzdem stellt sie nach wie vor einen wichtigen lokalen Absatzmarkt für die Produkte der palästinensischen Bauern und Bäuerinnen aus der Gegend dar.
Die vor Ort anwesenden PalästinenserInnen verteidigten die Marktstände vor den heranrückenden Besatzungstruppen und die Situation eskalierte. Die Soldaten drohten offen damit, sie würden „den Leuten die Knochen brechen.“ – Dies lässt Erinnerungen an die Strategie Rabins wach werden, der während der ersten Intifada den direkten Befehl ausgegeben hatte, festgenommenen Jugendlichen die Arme zu brechen. Im Zuge des jüngsten Angriffes der Besatzungssoldaten wurden alle 13 Geschäfte an der Straße zerstört. Darüber hinaus stahlen die Besatzer 150-200 Kisten Gemüse der Familien Sawafta und Fuqaha.
Schon zum dritten Mal in diesem Jahr waren die Verkaufsstände am Straßenrang Ziel der Zerstörungsaktionen der Besatzungsmacht geworden. Die Bauern hatten ihre Läden immer wieder aufgebaut und trotzen so der Gewalt und den Diktaten der Besatzungsmacht. Die PalästinenserInnen im Jordantal sind durch die totale Abriegelung ihrer Region vom Rest der Westbank und den anhaltenden Angriffen der Besatzungsarmee akut gefährdet. Alle Verbindungen zur Außenwelt und ihren Märkten sind durch die Abriegelungspolitik gekappt. Angesichts der Zerstörung zahlreicher palästinensischen Wohnhäuser im Tal durch die Besatzungsmacht und den immer neuen Bußgeldern, die sie unter aller Arten von Vorwänden einhebt, wird die Entschlossenheit der PalästinenserInnen im Jordantal dem Besatzungsregime zu widerstehen und ihr Land zu verteidigen, auf eine schwere Probe gestellt.
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