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Stimmen aus Palästina
Mahmoud Hamamreh aus Husan: „Die Mauer hat uns mittellos gemacht“
Stimmen aus Palästina, The Palestinian Grassroots Anti-Apartheid Wall Campaign, Aug 25, 2004
Mahmoud Hamamreh lebt im Dorf Husan im Bezirk Bethlehem. Nach Fertigstellung der Mauer wird Husan zusammen mit den Dörfern Nahhalin und Battir in einem hermetisch geschlossenen Ghetto eingemauert sein. Die Apartheidmauer läuft direkt bis zu Mahmouds Haus und schließt unmittelbar auf der anderen Seite daran an. Damit hat die israelische Besatzung sein Haus zu einem Teil der Mauer gemacht.
Mahmouds berichtet:
Mein Name ist Mahmoud Ahmad Mohammed Hamamreh. Ich komme aus dem Dorf Husan. Mein Haus liegt südlich des Dorfes, Richtung Nahhalin.
Die Besatzungstruppen haben zwei Drittel meines Hauses zerstört. Jeden Tag leiden wir unter der Besatzung. Sie haben die Apartheidmauer auf mein Haus gebaut. Jeder kann kommen und sich das ansehen. Sie ist vor meiner Tür. Die Mauer umgibt mein Haus von Westen nach Osten und auch von Süden.
Wir wissen nicht, was wir tun sollen; die Soldaten kommen jeden Tag zum Haus. Sie bedrohen uns. Manchmal schlagen sie meine Kinder. Wir machen hier unglaubliches durch. Wo bleiben die Araber und die Moslems?
Es gibt keine Araber und Moslems. Die echten Moslems werden Terroristen genannt. Nein- sie sind keine Terroristen, sondern die, die sie so nennen sind die wahren Terroristen. Jeden Tag erdrückt uns diese Apartheidmauer, aber niemand weiß von unserem Leiden. Die Mauer hat unser Leben, unser Land, unser Haus zerstört – und die ganze Welt sieht einfach nur zu.
Jede Woche kommen die Besatzungstruppen zu meinem Haus. Sie zerstören nach und nach alles: Die Türen, die Fenster, sogar mein Auto – Sie terrorisieren die Kinder, die Frauen. Das alles passiert, während die Araber, besonders jene aus der Golfregion, einfach zusehen. Sie haben Spaß, sie haben Geld, und wovor sollten sie denn Angst haben? Sie sollten sich schämen. Amerika und Israel erniedrigen sie.
Diese Apartheidmauer hat mir all mein Land genommen. Mir ist nichts geblieben, nur mein Haus, und sogar davon haben sie schon einen Teil abgerissen und sie versuchen es ganz zu zerstören. Meine Felder in Husan hat mir die Mauer schon genommen, auch jene im Dorf Wadi Fugin wird sie mir noch nehmen. Ich habe gehört, dass sie mit der Mauer auch das Abu Hamra Tal konfiszieren werden, um dort eine neue Siedlung zu bauen. Niemand weiß, was sie genau vorhaben.
Die Mauer entzieht uns jede Lebensgrundlage. Sie nimmt uns die Felder, die Bäume, unser Leben... Sie sperrt uns in voneinander isolierte Ghettos.
Zum Schluss möchte ich etwas für die arabischen Menschen sagen, besonders für die in der Golfregion: Ihr müsst aufwachen! Weil heute sind es Palästina und Irak, aber schon morgen werdet ihr dran sein.
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