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Stimmen aus Palästina
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Mohammed Lahrub aus Deir Samit: „Die Nakba der Apartheidmauer beginnt“
PENGON, Anti-Apartheid Wall Campaign, Oct 7, 2004

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Mohammed Lahrub ist 70. Er kommt aus dem Dorf Deir Samit, wo er als Bauer arbeitet:

“Ich heiße Mohammed Lahrub und wohne heute in Deir Samit, aber eigentlich komme ich aus dem Dorf Ashbur im Gebiet von 1948. Dort sind meine Großväter geboren. Mein Großvater Mustafa Lahrub besaß dort 1000 dunum Land. Als uns die Okkupationstruppen 1948 mit Gewalt vertrieben, ließen sie uns nur 140 dunum. Wir bearbeiteten und bepflanzten was uns nach 1948 geblieben war. Das Land gehört uns gemeinsam mit meinem Onkel. Unseren Teil haben wir seit damals bis heute bearbeitet.

Die jüdische Besatzung baut jetzt die Apartheidmauer. Wir wissen nichts über sie, schon gar nicht, warum sie errichtet wird. Wir haben unser Land bearbeitet und es mit Oliven-, Feigen- und Mandelbäumen bepflanzt. Es ernährt uns und unsere Kinder. Es ist unsere einzige Einkommensquelle. Diese Bäume wurden vor langer Zeit gepflanzt und Gott sei Dank tragen sie reichlich Früchte. Wir ernten jedes Jahr 12 t Oliven und auch mein Onkel produziert die gleiche Menge. Und jetzt kommt diese dritte Nakba über uns, ich fasse es nicht: war es nicht genug, die Nakba von 1948 zu erleben, und dann die Nakba von 1967? Heute stehen wir vor einer neuen Nakba: der Mauer. Das bedeutet 3 Nakbat.

Die Olivenbäume sind bereit für die Ernte. Sie tragen Früchte voller Liebe und Geschmack. Jahr für Jahr warten wir darauf. Wir pflücken die Früchte, pressen Öl, legen grüne und schwarze Oliven ein. Doch dieses Jahr ließ die Besatzung die Olivenernte nicht zu. Ohne Gnade haben sie unsere Bäume entwurzelt. Wegen der Mauer haben sie all unser Land konfisziert. Heue trennt sie uns von unseren Bäumen. Sie haben uns nichts, gar nichts gelassen. Wir wissen nicht, was wir gegen diese rassistische und unterdrückerische Mauer unternehmen sollen. Was sollen wir tun? Wir rufen die Welt dazu auf, gemeinsam mit uns diese Mauer zu stoppen und sie durch unseren Widerstand zu besiegen.
Seit der ersten Nakba tragen wir den UNWRA-Flüchtlingsausweis, aber schon seit langem sind wir von jeglicher Unterstützung abgeschnitten. Dann die Nakba von 1967, und jetzt beginnt die Nakba der Apartheidmauer.

Die rassistische Mauer, die sie bauen ist illegal und bringt kein bisschen von dem Frieden, von dem sie immer sprechen; die Mauer vertieft nur die Probleme und die Verwüstung.

Mein Haus liegt sehr Nahe an der Stelle, wo die Besatzung mit den Bulldozern alles für den Bau der Apartheidmauer platt macht; schon zwei mal haben sie mich aus meinem eigenen Haus rausgeworfen. Sie haben gedroht, es zu zerstören und verlangen, ich solle weggehen. Sie sagen mein Haus sei zu nahe an der Mauer, oder genau dort, wo sie verlaufen wird. Aber wir gehen nicht weg, lieber sterben wir.


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