Jayyous an Dubai: Boykottiert Leviev – Rettet unser Land und unsere Zukunft!
Stimmen aus Palästina, The Palestinian Anti-Apartheid Wall Campaign , Jun 30, 2008
Wir, das Volk von Jayyous im besetzten Palästina, klagen den israelischen Geschäftsmann Lev Leviev für seine Unterstützung der Kolonisierung und kriminellen Zerstörung unseres Landes und unseres Lebens an.
Mit dem Geld und den Investitionen Levievs werden die Olivenhaine, die unsere Familien seit Jahrhunderten ernähren, zerstört. Die israelischen Besatzer verbieten einem Großteil der Familien unseres Dorfes den Zugang zu ihren Feldern, die durch die Apartheidmauer der Besatzungssiedlung "Zufim" zugeschlagen wurden. Herr Leviev unterstützt diese permanente Enteignung der Bevölkerung von Jayyous durch seine Investitionen in diese jüdische Siedlung.
Wie wir erfahren haben, hat die Regierung der Vereinigten Arabischen Emirate Leviev verweigert, Juweliergeschäfte im Emirat Dubai zu eröffnen. Wir bitten die Regierung und das Volk von Dubai, weiterhin den Verkauf von Levievs Apartheiddiamanten in Dubai zu verhindern, denn die Erlöse dieser Verkäufe werden für den Bau weiterer Besatzungssiedlungen auf palästinensischem Land eingesetzt.
Unser Dorf existiert seit mehr als 2000 Jahren. 1948 wurde die jüdische Siedlung "Ra'anana"auf einem Teil unseres Landes gebaut. Lev Leviev ließ auf dem verbleibenden Rest später die Siedlung Zufim errichten. Jetzt hat die Besatzungsmacht mit dem Bau einer weiteren Siedlung auf unserem Land begonnen. Sie soll Nord-Zufim heißen. Die Elektrizitätsversorgung dafür befindet sich bereits in Bau, die Errichtung der Häuser steht kurz bevor. Mit der Mauer wurden 70% unseres Ackerlandes und sechs von sieben unserer Grundwasserbrunnen geraubt. 6000 Olivenbäume wurden allein für den Mauerbau zerstört. Dies trifft das Dorf Jayyous besonders schwer, denn 85% unserer Bevölkerung sind Bauern, die von der Landwirtschaft oder der Viehzucht leben.
Momentan können nur 45 von 3800 der BewohnerInnen Jayyous' ihre Felder bestellen, durch die sie bislang ihre Familien ernährten und ihren Lebensunterhalt bestritten. Von den 8.050 BürgerInnen leben bereits 3.250 im Ausland. Diejenigen von uns, die geblieben sind, kämpfen täglich darum, unser Land und unsere Rechte zu bewahren und zu verteidigen.
Wir SchülerInnen und StudentInnen des Ortes sind von den herrschenden Bedingungen stark betroffen. Tag um Tag unserer Ausbildung geht aufgrund geschlossener Schulen und den Überfällen der Besatzungsarmee auf unseren Ort verloren. Vielen LehrerInnen ist es nicht möglich, zu ihren Arbeitsplätzen zu gelangen. Von den jungen Leuten können viele nicht die Universität besuchen, weil ihre Familien es sich aufgrund des Verlusts ihres Ackerlandes nicht mehr leisten können. Sie werden so weiter in die Armut getrieben.
Das, was uns geschieht, spielt sich in ganz Palästina jeden Tag ab. Allein diesem Jahr, in dem uns PalästinenserInnen nur noch 13% unserer historischen Heimat gelassen werden, wurden hunderte neue Wohnungen in den israelischen Besatzungssiedlungen gebaut. Die Mauer zerstört das Leben von immer mehr Menschen und ein ausgeklügeltes System von Straßen, nur für Israelis, Checkpoints und israelischen Kolonien sperrt immer mehr von uns PalästinenserInnen in hermetisch abgeriegelte Ghettos. Gaza steht unter vollständiger Belagerung und militärische Angriffe durch die Besatzungsarmee sind an der Tagesordnung.
Auch innerhalb der Grünen Linie (Waffenstillstandslinie von 1949) sollen viele Beduinendörfer im Negev dem Erdboden gleichgemacht werden. Um Raum für weitere israelische Kolonien auf palästinensischem Land zu schaffen, hat Israel die Zerstörung von 13.000 palästinensischen Häusern angeordnet. Gegen den Abriss von 29.000 weiteren Häusern versuchen sich die betroffenen Familien gerade vor Gericht zu wehren. Die palästinensischen „Natives“ werden beim Zugang zu Bildung und dem Arbeitsmarkt stark diskriminiert und Mauern, welche die palästinensischen Viertel und Städte von den jüdischen trennen, werden mit staatlicher Unterstützung errichtet.
All unsere Träume für die Zukunft hängen von der Aufhebung der Besatzung unseres Landes durch eine fremde Armee ab. Wir kämpfen darum, dass eines Tages alle Palästinenser und Palästinenserinnen in ihre Heimat zurückkehren und in Gerechtigkeit, Freiheit und Gleichheit leben können.
Sie können einen entscheidenden Beitrag leisten. Machen Sie Israel und seinen Unterstützern klar, dass Sie den Handel mit Blutdiamanten nicht tolerieren. Jeder von Leviev verkaufte Diamant trägt zu unserer Unterdrückung und Enteignung bei!
Geben Sie unserem tapferen Dorf die Chance, den Widerstand gegen die Militärbesatzung fortzusetzen und wieder zu gedeihen – Boykottieren Sie Lev Leviev, in Dubai und weltweit.
Die UnterzeichnerInnen
SchülerInnen und StudentInnen aus Jayyous
Gemeinderat Jayyous
Charity Center Jayyous - www.jayyousonline.org
mehr zum Thema
Mehr zum Stichwort Jayyous auf dieser Webseite.
NEU AUF stopthewall.org
Nil'in: Der Kampf um unsere Rechte und gegen die Apartheidmauer (Jul 3, 2008)
Jayyous an Dubai: Boykottiert Leviev – Rettet unser Land und unsere Zukunft! (Jun 30, 2008)
Arab Ramadin: Dem Dorf hinter der Mauer droht nun die vollständige Zerstörung (Jun 19, 2008)
Israelische Besatzungstruppen prügeln MauergegnerInnen in Nil'in krankenhausreif (Jun 3, 2008)
Widerstand gegen den Mauerbau in Nil'in (May 31, 2008)
Israelische Abrissbescheide in Al-Khader bedrohen die Wasserversorgung des Dorfes (May 23, 2008)
Investitionskonferenz in Bethlehem: Entwicklungsperspektive oder Schulterschluss mit der Besatzungsmacht? (May 20, 2008)
60 Jahre Vertreibung: Größte Demonstrationen in Palästina seit Beginn der zweiten Intifada (May 15, 2008)
Sechzig Jahre Enteignung und ethnische Säuberung in Palästina – Boykottiert die Feierlichkeiten zum 60. Jahrestag der Gründung Israels (Mar 30, 2008)
Jaffa: Protest gegen die Zerstörung von 500 palästinensischen Wohnungen (Mar 30, 2008)
|
 |
|